Vorsorgeapp

Apps zur Vorsorge für die zweite und dritte Säule

von | Feb. 24, 2023 | Finanzen, Geld anlegen, Geld sparen | 7 Kommentare

Digitale Lösungen übernehmen auch in der Schweiz immer mehr den Finanz- und Anlagemarkt. Neben den reinen Online-Banken wie beispielsweise neon oder Kryptowährungsbörsen gibt es auch diverse Vorsorge-Apps. Diese sollen das Anlegen in der zweiten und dritten Säule deutlich vereinfachen und Kosten sparen. Der Marktanteil ist bisher relativ gering, ein Blick in die Zukunft verrät jedoch, das immer mehr Gelder in digitale Apps fliessen werden. Was Vorsorge-Apps sind, welche Funktionen sie bieten und welche Kosten anfallen, liest du in diesem Beitrag.

Was sind Vorsorge-Apps?

Anbieter digitaler Vorsorge-Produkte bieten ihren Kunden eine einfache, kostengünstige und rein digitale Verwaltung des Vorsorgevermögens an. Die digitalen Anbieter sind eine Alternative zu klassischen Vorsorgefonds, vor allem in den Bereichen der Säule 3a und Freizügigkeit. Sie investieren das Vermögen zwar ebenfalls in Fonds, allerdings werden hier meist kostengünstige ETF’s oder Indexfonds gewählt. Die Anlagekategorien sind meist Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle, alternative Anlagen und Cash. Einige Anbieter wie beispielsweise Viac ermöglicht sogar nachhaltige Investitionen.

Angelegt wird über eine App für das Smartphone oder Tablet oder eine Web-App am PC. Auf eine klassische 1:1 Beratung muss in den meisten Fällen verzichtet werden. Dafür gibt es einen Workflow, der die Kunden mit einfachen Fragen zur richtigen Anlagestrategie führt. Ebenfalls gibt es bei Unklarheiten einen Support über Telefon, Chat oder E-Mail.

Die Unterschiede zu klassischen Vorsorgefonds

Zum einen können in der Vorsorge-App die Gelder per Smartphone oder PC verwaltet werden, was bei klassischen Vorsorgefonds nicht möglich ist. Ausserdem werden bei den digitalen Lösungen oft mehrere Produkte für eine Strategie angewendet, während bei den Fonds nur eine ISIN-Nummer zur Verfügung steht. Digitale Lösungen sind dazu oft günstiger als klassische Fonds.

Funktionsweise und Funktionen von Vorsorge-Apps

Neukunden werden bei der Kontoeröffnung durch einige Fragen zum finanziellen Stand und den eigenen Gewohnheiten zu einer Anlagestrategie geführt, die zum derzeitigen Lebensstandard passt. Alle Informationen, die zum Produkt gehören, können dann entweder online eingesehen oder als PDF heruntergeladen werden. In der Regel kann der gewünschte Sparbeitrag sofort auf das Säule 3a Konto eingezahlt werden. Die weitere Verwaltung läuft dann ausschließlich über die App.

Die Funktionen in der App unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter nur minimal. Folgende Funktionen stehen bei allen Anbietern zur Verfügung:

  • Definition der Anlagestrategie 
  • Änderungen der Anlagestrategie
  • Download der Unterlagen für die Steuerverwaltung 
  • Übersicht der Vermögensentwicklung

Mindest- und Maximalbeiträge in Vorsorge-Apps

Bei den meisten Anbietern gibt es keine Mindestbeiträge und es könnte theoretisch jeder Franken angelegt werden. Anders sieht es bei den Maximalbeträgen aus. Diese richten sich nach den gesetzlich vorgeschriebenen Maximalbeiträgen in der Säule 3a. Für das Jahr 2023 gelten folgende Maximalbeiträge:

  • Erwerbstätige mit Pensionskasse maximal CHF 7’056
  • Erwerbstätige ohne Pensionskasse maximal 20% des Nettowerbseinkommens, maximal CHF 35’280

Sicherheit der Vorsorge-Apps

Vorsorge-Apps werden als relativ sicher eingestuft. Die Wertschriften liegen bei Schweizer Depotbanken und werden dort als Sondervermögen geführt, welches im Falle einer Insolvenz nicht in die Konkursmasse fällt und weiterhin den Kunden gehört.

Auch für Vorsorgevermögen, die auf einem Zinskonto angelegt werden, gilt das Konkursprivileg bis zu einem Betrag von CHF 100’000 pro Kunde und Bank.

Alternative zur Wertschriftenlösung – Anlage auf ein einem Zinskonto

Personen, die Wertschwankungen vermeiden möchten, können sich für die Anlage auf einem Zinskonto entscheiden, bei dem jährlich der festgelegte Zins ausgezahlt wird. Das macht aber nur Sinn, wenn das Konto nicht mehr lange aufrecht erhalten werden soll. Zinskonten haben zwar immer noch höhere Zinsen als reine Sparkonten, langfristig gesehen, haben Wertschriftlösungen einen deutlich höheren finanziellen Impact. Die meisten Vorsorge-Apps bieten diese Lösung deshalb gar nicht erst an.

Kosten der Vorsorge-Apps

Die anfallenden Kosten unterscheiden sich bei den verschiedenen Anbietern. So können beispielsweise Pauschalgebühren, Produktkosten, Transaktionskosten, Börsenabgaben, Währungskosten, Spreadkosten, Stempelsteuern und Saldierungskosten berechnet werden.

Interessant sind vor allem die Pauschalgebühren, die meist auch die Depotkosten und die Verwaltungskosten beinhalten sowie die Produktkosten, da alle anderen Kosten sich bei den Anbietern nur minimal unterscheiden.

Beim Anbieter Selma sehen die Gebühren derzeit wie folgt aus:

  • Jährliche Gebühr von 0.47 % – 0.68 % je nach Vermögen
  • Stempelsteuer 0.075 – 0,15 % pro Transaktion 
  • Produktkosten 0.22 % pro Jahr
  • Wechselkurszuschlag 0.25 % pro Transaktion

Digitale Finanzprodukte auf dem Vormarsch

Digitale Produkte sind auf dem Finanz- und Versicherungsmarkt auf dem Vormarsch. Immer mehr (Vorsorge-)Geld fliesst in diese Apps. Sie sind meist deutlich günstiger als klassische Säule 3a oder Freizügigkeitslösungen, bieten viel individuellere Strategien und lassen sich zudem noch deutlich leichter administrieren.

Die Einrichtung ist sehr einfach und alle wichtigen Informationen sind immer direkt via Smartphone oder PC zur Hand. Zudem ist die Anlage über die Apps sicher und das Anlagevermögen bis mindestens CHF 100’000 geschützt.

Hast du noch Fragen zum Thema? Dann zögere nicht, schreib uns eine E-Mail oder chatte mit uns. Mein Team und ich sind an 7 Tagen rund um die Uhr persönlich für dich da.

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